1. Einkommensabhängige Finanzierung

Die Gesundheitsversorgung, welche den obligatorisch Versicherten in der Schweiz garantiert wird, gehört zur besten der Welt. Der Preis dafür bewegt sich 2018 mit 11,9 % des Brutto-Inlandproduktes im oberen Bereich, verglichen mit europäischen Ländern. Sehr schlecht am schweizerischen Gesundheitswesen ist seine Finanzierung:

  • Kein einziges europäisches Land finanziert seine Gesundheitsversorgung einkommens- und vermögensunabhängig über Versicherungsprämien pro Kopf. Deshalb hat sich der Begriff «Kopfprämie» eingebürgert – wie weiland im wilden Westen
  • Die einkommensunabhängigen Krankenkassenprämien, die hohen Selbstbeteiligungen sowie die zahlreichen, von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) nicht bezahlten Leistungen führen dazu, dass in der Schweiz rund ein Drittel der notwendigen Gesundheitsausgaben individuell bezahlt werden muss (= «out-of-pocket») – mehr als doppelt so viel wie in anderen europäischen Ländern
  • Nirgendwo in Europa gibt es eine vergleichbare Organisation wie Krankenkassen, welche ohne demokratische Legitimation durch ihre Mitglieder und bei mangelhafter staatlicher Aufsicht derart viel Einfluss auf die Ausgestaltung des Gesundheitswesens hat. Dies nicht zuletzt durch ihre unverhältnismässige und intransparente Lobbytätigkeit im eidgenössischen Parlament

Angesichts dieser unhaltbaren Situation fordert die AL eine einkommensabhängige, solidarische Finanzierung der Grundversicherung mittels einer Einheitskrankenkasse und ohne jegliche Selbstbeteiligungen