Der ökologische Umbau der Schweizer Landwirtschaft ist erneut gescheitert

Die AL hat als einzige Partei im Kanton Zürich Zustimmung zur Ernährungsinitiative empfohlen. Sie bedauert das Nein. Und noch mehr bedauert sie, dass mit diesem Abstimmungsergebnis der ökologische Umbau der Landwirtschaft auf der langen Bank immer weiter hinausgeschoben wird.

Initiativen zur umweltverträglichen Gestaltung der Landwirtschaft haben es schwer im Bauernland Schweiz. Das wissen wir seit der Abstimmung über die Kleinbauerninitiative 1989. Zuvor war die Landwirtschaftspolitik jahrzehntelang festgefahren im Selbstversorgungsgedanken (Plan Wahlen im 2. Weltkrieg) und dann in einem einseitigen System von Produktionssteigerung und Preissicherung. Die Auswirkungen sind hinlänglich bekannt: Tierfabriken führten zu überdüngten Seen, Schädlingsbekämpfungsmittel zu verseuchtem Grundwasser und es entstand ein undurchschaubares Geflecht von Subventionen. Heute haben wir ein System, in dem drei Viertel der 3.6 Milliarden Franken Agrar-Subventionen in die Tierproduktion fliessen. Das führt unter anderem dazu, dass auf 60% der verfügbaren Ackerfläche Futtermittel für die Tiermast angebaut werden. 

Die Ernährungsinitiative hätte einen Anker für eine Veränderung dieses Systems gesetzt: Weniger Unterstützung für den Futtermittelanbau – mehr Unterstützung für den Anbau von pflanzlichen Lebensmitteln. Das wäre eine ganz einfach umzusetzende Vorlage gewesen. Sie hätte automatisch zu einer ökologischeren Produktion und zur Reduktion des Schadstoffeintrags ins Trinkwasser geführt. Den Grünen, der SP und vielen Umweltorganisationen war die Vorlage wohl schlicht zu einfach. Sonst hätten sie sich nicht weggeduckt aus Angst vor einer Abstimmungsniederlage im Vorfeld der nächsten grossen Agrardebatte, der Diskussion über die kürzlich vom Bundesrat vorgelegte Agrarpolitik 2030+. Das war falsch und unverständlich. Welche agrarpolitische Initiative hat das links-grün- alternative Lager denn in den vergangenen 40 Jahren an der Urne durchgebracht?

Die AL bedauert sehr, dass dieses Verhalten im Agrar-Lobby-kritischen Lager die Unterstützung für die Ernährungsintiative reduziert und damit die Verhandlungs- position für die vom Bundesrat vorgelegte Agrarpolitik 2030+ deutlich geschwächt hat. Die AL wird sich bei dieser Diskussion und bei der Revision des kantonalen Landwirtschaftsgesetzes mit den gesammelten Forderungen aller Vorlagen von Kleinbauern- bis Ernährungsinitiative aktiv einbringen.

Medienmitteilung der AL vom 27. September 2026