Drei Nein lösen die Wohnungskrise nicht

Die Zürcher Stimmbevölkerung hat heute alle kantonalen Wohn-Initiativen abgelehnt. Einer Bewältigung der Wohnkrise sind wir damit keinen Schritt näher gekommen.

Die Zürcher Stimmbevölkerung hat heute die Wohnschutz-Initiative des Mieter:innenverbands, die Wohnungsinitiative der Grünen sowie die Wohneigentumsinitiative des Hauseigentümerverbands abgelehnt.
Dass die Wohnungsinitiative und die Wohnschutz-Initiative abgelehnt wurden, zeigt vor allem eines: Die Wohnungskrise lässt sich nicht lösen, ohne dass bestehende finanzielle Interessen tangiert werden. Seit Jahren steigen die Mieten, verschwinden günstige Wohnungen und erzielen Immobilienkonzerne, Fonds und grosse Grundeigentümer hohe Renditen. Wer daran etwas ändern will, muss bereit sein, diese Renditen zu überprüfen. Die Alternative dazu ist, die Kosten der Wohnungskrise weiterhin den Mieter:innen aufzubürden.

Die Wohnschutz-Initiative hätte den Gemeinden erstmals wirksame Instrumente gegen Leerkündigungen und die Verdrängung langjähriger Mieter:innen gegeben. Statt über diese Instrumente zu diskutieren, wurde die Vorlage durch einen zahnlosen und unverbindlichen Gegenvorschlag verwässert. Dieser wurde angenommen. Nun muss der Regierungsrat bei der Ausarbeitung wirksame Massnahmen vorschlagen.

«Entweder die Mieter:innen verlieren weiterhin Geld und später ihr Zuhause oder die Immobilienwirtschaft muss auf einen Teil ihrer Gewinne verzichten, indem überhöhte Renditen konsequent überprüft werden. Leider haben sich SVP, FDP, Mitte, GLP und EVP ein weiteres Mal für die Interessen der Immobilienwirtschaft und gegen die Mieter:innen entschieden.»
Gianna Berger, Kantonsrätin AL

Die Wohnungsinitiative der Grünen hätte den gemeinnützigen Wohnungsbau gestärkt und den Kanton stärker in die Pflicht genommen, sich für bezahlbaren Wohnraum einzusetzen. Mit dem angenommenen Gegenvorschlag gilt es nun, Nägel mit Köpfen zu machen. Wir fordern, dass im Zuge der Verdichtung genügend preisgünstiger Wohnraum geschaffen wird. 

Gleichzeitig wurde mit der Nebelpetarde «Wohneigentumsinitiative» des Hauseigentümerverbands eine Vorlage ins Rennen geschickt, die keinen Beitrag zur Lösung der Wohnungsnot leistet. Statt die Ursachen steigender Mieten anzugehen, wollte man Eigentümerinnen subventionieren. Diese Vorlage wurde krachend abgelehnt.

Die Alternative Linke wird sich weiterhin für eine soziale Wohnpolitik einsetzen, die Wohnen als Grundbedürfnis versteht und nicht als reines Spekulationsobjekt. Die heutige Abstimmung beendet die Wohnungskrise nicht. Sie zeigt leider, dass die bürgerlichen Parteien bis und mit GLP weiterhin nicht bereit sind, sich ernsthaft für die Interessen der Mieter:innen einzusetzen. 

Medienmitteilung der AL vom 14. Juni 2026

(Bild: www.wohndemo.ch)