Dank dem hochprofitablen Handel mit seinen Produktionsüberschüssen an der Strombörse hat unser städtisches Elektrizitätswerk 2023-2025 Rekordgewinne eingefahren – insgesamt über 1 Milliarde Franken! Obwohl das ewz jedes Jahr 80 Millionen Franken Gewinn an die Stadt abliefert, ist das Eigenkapital mittlerweile auf stattliche 2’775 Millionen Franken angewachsen. Aktuell deckt dieses das gesamte Anlagevermögen – Kraftwerke, Strom- und Fernwärmenetze und Kraftwerksbeteiligungen – zu 116%. Das ist ein absoluter Rekordwert! Er zeigt, dass das ewz äusserst solide finanziert ist. Es verfügt über mehr als ausreichend Eigenkapital, um die Herausforderungen der Energiewende, den Ausbau der erneuerbaren Energieproduktion und der Fernwärme, zu meistern.
Beteiligung am Rekordgewinn
Das ewz gehört der Stadt und damit uns allen. Dank der AL konnte zweimal – 2000 und 2016 – eine Ausgliederung und Privatisierung verhindert werden. Angesichts der aktuellen Rekordgewinne des ewz ist es an der Zeit, auch die 235’000 Strombezüger:innen am guten Geschäftsgang teilhaben zu lassen. Wie das etwa genossenschaftlich organisierte Versicherungen mit ihren Kund:innen machen. Wir alle, die wir Strom vom ewz beziehen, sind schliesslich auch Mitbesitzer:innen des städtischen Elektrizitätswerks.
80 Millionen Franken Volksdividende
Was verlangt die Volksinitiative «ewz-Bonus für alle» der AL? Aus dem ewz-Gewinn von 2024 soll neben der bereits erfolgten Ablieferung von 80 Millionen Franken an die Stadtkasse ein gleich grosser Betrag an die Kund:innen in der Grundversorgung rückerstattet werden – als einmalige Volksdividende. Wir alle haben während Jahren die regulierten, kostenbasierten Tarife bezahlt, während Grosskund:innen auf Vertragsbasis lange von deutlich tieferen Marktpreisen profitieren konnten.
Haushalte und KMU entlasten
Für jeden Haushalt und Gewerbebetrieb bringt die Initiative eine Rückerstattung von 340 Franken. Das ist eine spürbare Entlastung im Alltag. Mit dem ewz-Bonus können wir zum Beispiel die Hälfte eines VBZ-Abos oder die Saisonkarte des städtischen Eishockeyclubs bezahlen – oder ihn als willkommenen Zustupf an die ständig steigenden Krankenkassenprämien nutzen. Und er bringt den meisten weitaus mehr als eine Senkung der Steuern: Bei einem Durchschnittseinkommen entspricht der ewz-Bonus einer Steuerfusssenkung von 19 Prozent für Einzelpersonen und 8 Prozent für Verheiratete. Für über 90 Prozent aller Steuerpflichtigen bringt er mehr als eine 3-prozentige Steuerfussreduktion, wie sie die Bürgerlichen regelmässig fordern.
Erfolgreiche Bonusaktionen der AL
Die AL-Initiative ist keine Premiere. Wir knüpfen damit an die von uns lancierten erfolgreichen ewz-Bonusaktionen der Nuller-Jahre an. Statt einseitigen Tarifgeschenken für Grossbezüger:innen forderte die AL 2002 mit der vom Gemeinderat unterstützten Einzelinitiative «Strompreisrabatt für alle!» einen einheitlichen Bonus für alle. Im März 2003 beantragte der Stadtrat dann die «Ausschüttung ausserordentlicher Gewinne des Elektrizitätswerks als befristete Bonusaktion». Von 2003 bis 2014 wurden insgesamt weit über 500 Millionen Franken an die ewz-Kund:innen rückvergütet.
Gewinnprognose 2026
Die Gewinnsträhne beim Stadtzürcher Elektrizitätswerk hält an. Wie der Stadtrat im 1. Tertialbericht zu den Globalbudgets mitteilt, rechnet er – vor allem dank höheren Erträgen aus dem Verkauf von Stromüberschüssen – für das ewz im laufenden Jahr mit rund 20 Mio Franken mehr Gewinn als budgetiert – und das, obwohl das AKW Gösgen bis Ende März einen Totalausfall verzeichnete und bei der Produktion eine Lücke von 200 Millionen kWh hinterliess.
Angesichts der anhaltend exzellenten Finanzlage sieht sich die AL bestärkt in ihrer Forderung nach einer Volksdividende von 80 Millionen Franken, über die am nächsten Wochenende abgestimmt wird.
Eine leicht gekürzte Version dieses Beitrags erschien im AL-Info 02/26, Seite 1.