Lisa Letnansky verabschiedet sich aus dem Kantonsrat

Aufgrund ihrer neuen beruflichen Herausforderung tritt Lisa Letnansky aus dem Kantonsrat zurück. Ihr Wissen und ihre Erfahrung aus dem Kulturbereich werden fehlen. Genauso wie ihre Stimme für die Gerechtigkeit.

Im kommenden Sommer werde ich eine neue berufliche Herausforderung antreten. Die zeitlichen Anforderungen des Kantonsrats werde ich darum leider nicht mehr in dem Mass erfüllen können, wie es diesem Amt gebührt. Die Arbeit im Parlament verlangt – gerade in einer kleinen Fraktion – viel Aufmerksamkeit, Präsenz und Ressourcen; und ich bin der Überzeugung, dass dieses Mandat genau das verdient.

Mein Rücktritt fällt mir nicht leicht, zumal er auch exemplarisch zeigt, wie schwer sich gewisse Branchen mit dem Milizsystem vereinbaren lassen. Gerade der Kulturbereich ist stark prekarisiert, verlangt hohe zeitliche Flexibilität und verfügt gleichzeitig über eine vergleichsweise schwache Lobby. Umso bedauerlicher ist es, dass ausgerechnet dort, wo viel Expertise vorhanden wäre und noch viel zu tun ist, die strukturellen Hürden besonders hoch sind. Dass Engagement und Fachwissen aus diesen Bereichen strukturell unterrepräsentiert bleiben, ist ein Problem, das über meinen persönlichen Entscheid hinausweist.

Umso wichtiger ist die Rolle der Alternativen Liste im kantonalen politischen Spektrum. Die AL bringt Stimmen und Perspektiven ein, die sonst kaum Gehör finden, und setzt sich konsequent für soziale Gerechtigkeit, gute Arbeitsbedingungen und eine Politik jenseits von Sparzwang und Austerität ein. Diese Haltung halte ich für unverzichtbar – gerade in Zeiten, in denen soziale Fragen zunehmend unter finanzpolitischen Dogmen begraben werden.

Mein besonderer Dank gilt meiner Fraktion und meinen Kolleg:innen – insbesondere jenen, die unermüdlich für mehr soziale Gerechtigkeit und gegen die Austeritätspolitik der bürgerlichen Mehrheit kämpfen. Die Zusammenarbeit war mir eine grosse Freude und Ehre. Ich nehme viele bereichernde Erfahrungen, Diskussionen und auch einige schöne und einige weniger schöne parlamentarische Anekdoten mit.