Die Staatsrechnung des Kantons Zürich schliesst mit einem Plus von 727 Millionen Franken ab. Das Budget 2025 sah ein Plus von 98 Millionen Franken vor. Der Kanton Zürich schliesst also um 629 Millionen Franken besser ab als budgetiert. Für die Alternative Liste (AL) ist es an der Zeit, den Menschen etwas zurückzugeben, die sich um die Pflege und Betreuung von Kindern, Kranken und Senior:innen kümmern.
«Robuste Verfassung» und Schuldenabbau
In seiner Vorabmedienmitteilung zum Rechnungsabschluss 2025 spricht der Regierungsrat von einem «sehr guten Ergebnis» für den Kanton Zürich. Das «erfreuliche» Ergebnis widerspiegle nicht zuletzt die «robuste Verfassung des Wirtschaftsstandorts Zürich».
Die Investitionsausgaben für die Erneuerung und den Ausbau von für den Kanton Zürich wichtigen Infrastrukturen sind mit 1213 Millionen Franken ähnlich hoch wie in den vergangenen Jahren. Der Selbstfinanzierungsgrad ist mit 149,7 Prozent wieder über 100 Prozent gestiegen. Das heisst, anders als in den vergangenen zwei Jahren konnte der Kanton Zürich seine Investitionen vollständig aus eigenen Mitteln finanzieren. Dank des Investitionsüberschusses konnte er zudem Schulden abbauen. Die Nettoschulden gingen um rund elf Prozent auf 3,9 Milliarden Franken zurück.
Investitionen in die systemrelevante Care-Arbeit
Diese erfreulichen Rahmenbedingungen sind nur dank unbezahlter Care-Arbeit wie Hausarbeit, Kinderbetreuung und Pflege möglich — Arbeit, die hauptsächlich von Frauen gemacht wird. Hinzu kommt bezahlte Care-Arbeit in der Pflege und Betreuung von Kindern, Kranken und Senior:innen. Die Löhne in diesen Bereichen gehören zu den tieferen. Zudem fehlt die gesellschaftliche Wertschätzung diesen Arbeiten gegenüber, wie regelmässige Lohnerhöhungen, automatischer Teuerungsausgleich und guten Arbeitsbedingungen.
Die Alternative Liste fordert angesichts der guten Rahmenbedingungen Investitionen in die systemrelevante Care-Arbeit. Dazu gehören automatische Lohnerhöhungen und Teuerungszulagen für das gesamte Pflegepersonal, unter anderem auch des Pflegepersonals in den kantonalen Spitälern. Weiter fordern wir die längst fälligen Verbesserungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Seit Jahren dümpelt die Vorlage, welche die solidarische Beteiligung des Kantons und der Gemeinden an den Kinderbetreuungskosten fordert, vor sich hin. Wertschätzung gegenüber der systemrelevanten Care-Arbeit können wir uns leisten.
Medienmitteilung der Alternativen Liste vom 13.3.2026
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