Alternative Linke – ein Plädoyer!

Die AL Winterthur ist nun eine Partei. Nach über 20 Jahren als lose Vereinigung ohne offizielle Mitglieder sollen klarere Strukturen geschaffen werden.

Mit der Umwandlung in eine Partei geht auch eine Namensänderung einher. Neu heisst die AL in Winterthur «Alternative Linke». Damit will man sich in Winterthur nicht, wie vielleicht von einigen befürchtet, von den anderen AL’s im Kanton abgrenzen. Im Gegenteil. Wir möchten eine innerparteiliche Diskussion anstossen und eine Namensänderung der anderen AL’s anregen. Denn aus unserer Sicht ist die Bezeichnung als Liste spätestens mit der Parteigründung aus folgenden Gründen überholt:

Alternative Politik statt alternativer Köpfe

Eine Liste rückt primär die Menschen in den Mittelpunkt, die auf dieser Liste
stehen und im Parlament vertreten sind. Mit der Bezeichnung «Alternative Linke» wollen wir den Fokus weg von den parlamentarischen Köpfen auf eine umfassendere alternative Politik richten, die nicht nur im Parlament, sondern insbesondere auch ausserhalb davon stattfindet.

Klare Positionierung

Immer wieder begegnen uns Menschen, die nicht wissen, wofür genau die
Alternative Liste eigentlich steht. Letztendlich ist der Name wenig fassbar. Insbesondere für Menschen, die aus anderen Kantonen nach Winterthur oder Zürich ziehen. Als Alternative Linke ist die nPositionierung klarer. Nicht nur ist auf den ersten Blick ersichtlich, dass die AL eine linke Partei ist, sondern dass sie auch eine wirkliche Alternative zu anderen linken Parteien darstellt.

Nationale Anknüpfungspunkte

Wir wollen die AL grösser denken. Einerseits stellen wir mit der Namensänderung mehr Nähe zur mittlerweile einzigen anderen nationalen AL in Bern her. Andererseits unterstreichen wir den Anspruch der AL auf nationale Bedeutung, indem wir mit dem Namen an die 2018 aufgelöste nationale Alternative Linke anknüpfen.

Ein frischer Wind

In den letzten Jahren fanden und finden in der AL sowohl in Winterthur wie auch in Zürich grosse personelle Veränderungen statt. Die Köpfe, die die
AL die letzten Jahrzehnte geprägt haben, ziehen sich nach und nach aus der Öffentlichkeit zurück. Die Parteigründung und der Namenswechsel in Winterthur sind auch Ausdruck dafür, dass die neue AL-Generation angekommen und bereit ist, die Politik inner- und ausserhalb der Partei mitzuprägen. Eine Namensänderung könnte dementsprechend auch in Zürich ein emanzipatorischer Akt sein.

Ich hoffe, dass dieser Beitrag in einer Phase der Neuorientierung der AL Zürich die Diskussion «wohin will die AL und wie trägt sie diese Information nach aussen?» bereichert. Mir ist enorm wichtig, dass alles auf den Prüfstand gestellt werden kann. Auch wenn eine Namensänderung natürlich einen Wandel von bis anhin vorherrschender Selbstverständlichkeit darstellt. Als Vorstandsmitglied begleite ich diesen Prozess gerne und bin offen für Kritik und Anregungen aller Art. Ich freue mich in jedem Fall auf angeregte Debatten und lebendige Auseinandersetzungen.