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Stachel im Fleisch der Linken

Im Interview mit Tsüri.ch erklärt David Garcia Nuñez, warum die AL innerhalb der linken Mehrheit aneckt, Impulse setzt – und gerade dadurch politische Verantwortung übernimmt.

12. Februar 2026 von David Garcia Nuñez

Im Parlament wirkt es manchmal, als geniesse es die AL, die linke Mehrheit zu sprengen. Haben Sie das Gefühl, Sie kommen neben der grossen SP zu kurz?
David Garcia Nuñez: Ich muss schmunzeln, weil die Bürgerlichen uns vorwerfen, wir nähmen zu viel Raum ein. Obwohl wir von der AL nur zu acht sind, gestalten wir die Politik massgeblich mit. Stadtrat Andreas Hauri (GLP) etwa ärgert sich regelmässig darüber, dass sich die SP in gesundheitspolitischen Fragen eher an uns orientiert als an seiner Partei. Medial ist das anders. Da geht unser Input oft unter.


Wie ist das Verhältnis zur grossen Schwester SP?
Wir haben einen grossen Vorrat an Gemeinsamkeiten und arbeiten gut zusammen. Doch manchmal benimmt sich die SP, als wären wir eine Hilfstruppe, die einfach zu folgen hat. Das erinnert an den Pausenhof: Der Stärkere sagt dir, was du zu tun hast – sonst gibt’s Ärger. Nervig war etwa, als die SP unsere Initiative für eine fünfte Ferienwoche für Schichtarbeitende blockierte – nur, weil sie das als ihr Revier betrachtet. Inhaltlich war der Widerstand kaum nachvollziehbar.


Die anderen Parteien könnten auch über die AL sagen, dass ihr der Bully seid. Macht es auch mal Spass, sich abgrenzen zu können?

Ganz und gar nicht. Ich komme selbst aus einem PSOE-Haushalt, darum ist es für mich emotional schwierig, wenn wir Konflikte haben. Wenn wir in Opposition zur SP gehen, dann aus Überzeugung und nicht zum Spass.


Die AL sieht sich als Stachel in der linken Mehrheit?
Ja, und das kann auf beiden Seiten wehtun. Oft lancieren wir neue Ideen früh, beziehen dafür Prügel und erleben dann, wie sie später von der SP als eigene verkauft werden. So war es beim Drittelsziel gemeinnütziger Wohnungen oder beim Widerstand gegen die Auslagerung des ewz und des Stadtspitals. Ohne uns gäbe es heute kein städtisches Krankenhaus mehr.


Ein konkreter Konflikt war, als die AL als einzige linke Partei den Kauf des Uetlihofs sprengte.
Wir sollten für 1,2 Milliarden Franken zwei Büropaläste kaufen – mit der Aussicht, dass man vielleicht in 30 oder 50 Jahren etwas daraus machen kann. Wir haben das mit Expert*innen gründlich geprüft und gesagt: Nicht zu diesen Konditionen. Danach schwang die SP die mediale Keule. Von Jaqueline Badran bis zum letzten SP-Mitglied fluchte über die AL, Schimpf und Schande ergossen sich über uns. Aber wir lassen uns nicht befehlen. Heute sind wohl auch in der SP viele zufrieden, dass dieser riskante und überteuerte Kauf nicht zustande kam.

Wo gibt es sonst Unterschiede – beispielsweise beim Thema Wohnen?
Die SP hat die Gentrifizierung zugelassen und gefördert. Ein Blick nach Zürich West reicht. Gegen den Widerstand der AL haben Elmar Ledergerber (SP) und die SP-Fraktion vor 25 Jahren dieses Gebiet den Privaten überlassen. André Odermatt (SP) hat unsere Motion zur Airbnb-Regulierung jahrelang blockiert. Erst nach über zehn Jahren wurde sie endlich angegangen. Auch die aktuelle SP-Strategie, einfach mehr Boden zu kaufen, kann solche Mängel nicht kompensieren.

Sie kritisieren die Strategie, mehr Boden der Spekulation entziehen?
Wenn die Stadt Wohnungen kauft, dann sichert sie damit Wohnraum für den Mittelstand. Bei den aktuellen Marktpreisen stösst selbst die Kostenmiete an ihre Grenzen. Wir hingegen sagen: Die Stadt muss mehr und gezielt für Menschen mit niedrigem Einkommen bauen – wie bei der Siedlung Leutschenbach. Der SP-dominierte Stadtrat hat es verschlafen, den Anteil subventionierter Wohnungen für die Unterschicht zu erhöhen. Statt zu wachsen, stagniert er seit Jahren. 

Ohne AL gäbe es inzwischen auf dem Neugasse-Areal längst hunderte neue Wohnungen. Ihre Volksinitiative hat dies blockiert.

Falsch, das war ein Volksentscheid: Über 50 Prozent der Stimmberechtigten sagten Ja zu 100 Prozent gemeinnützigen Wohnungen. Die Noigass-Initiative verlangte von der SBB eine Kompensation für die katastrophale Wohnpolitik bei der Europaallee. Im Rat hat die AL den indirekten Gegenvorschlag gestützt, um alle Verhandlungsoptionen offenzuhalten – die SP wollte ihn nicht.

Dennoch besetzt die SP das Wohnthema sehr erfolgreich und die Grünen werden mit dem Klimastreik assoziiert – hat die AL die Nähe zu den Bewegungen verloren?

Nein. Aber wir wollen diese Bewegungen auch nicht vereinnahmen. AL-Aktivist*innen engagieren sich beim feministischen Streik, im Mietenplenum oder in Basisorganisationen im Gesundheitsbereich. Nach aussen wirken wir vielleicht wie ein strammer Parteiapparat – aber wir sind tief in der Stadtgesellschaft verankert.


Und intern? Ist der Generationenwechsel gelungen?
Unsere Fraktion ist heute viel jünger und weiblicher als vor vier Jahren. Ich selbst bin für Niklaus Scherr nachgerückt und habe als Fraktionschef AL-Schwergewichte wie Mischa Schiwow, Walter Angst und Andreas Kirstein verabschiedet. Dafür haben wir neue Gesichter, etwa Sophie Blaser, Michael Schmid, oder Tanja Maag, die sich rasch etabliert haben. Dass wir bisher nicht alle gleich sichtbar sind, ist normal.


Trotz linker Mehrheit scheint in der Stadtregierung vieles zu stocken. Woran liegt das?
Jede*r werkelt für sich. Corine Mauch (SP) kriegt auch nach über zehn Jahren das Bührle-Problem nicht in den Griff. Karin Rykart (Grüne) verwaltet das Polizeidepartement visionslos, als wäre sie die Pressesprecherin des Kommandanten. Andreas Hauri (GLP) verpulvert Ressourcen für eine Spitalauslagerung, die nie kommen wird. Michael Baumer (FDP) hortet Milliarden beim ewz, statt einen Teil an die Bevölkerung zurückzugeben.


Und die anderen?
Simone Brander (SP) ist wie ein Schnellzug: Einmal in Fahrt, lässt sie sich kaum mehr bremsen. Das Drama um die Abschaffung der Entsorgungscoupons hat alle sehr viele Nerven gekostet. André Odermatt (SP) hat jahrelang investorenfreundliche Bau- und Wohnpolitik betrieben und Filippo Leutenegger (FDP) hat seine Unproduktivität hinter der SP-dominierten Schulpräsidien versteckt. Daniel Leupi (Grüne) leistet allerdings eine solide Arbeit. Und auch Raphael Golta (SP) sticht positiv hervor. Er ist bereit, etwas zu wagen. Und er setzt Aufträge des Parlaments, wie etwa das AL-Postulat für eine Energiekostenzulage, schnell und effizient um.

Interview veröffentlicht auf Tsüri.ch am 12.02.2026

Kategorie: Aktuell, Politik, Stadt Zürich, Wahlen 2026 Stichworte: EWZ, Gemeinderatswahlen 2026, Privatisierung, SP, Wohnen

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