AL-Parolen zum 17. Juni: NEIN zur Managed-Care-Mogelpackung und NEIN zu Steuergeschenken an die Banken

Bund
1. Volksinitiative Bausparen NEIN
Zweite Steuer-Mogelpackung des Hauseigentümerverbands mit weiteren Steuerschlupflöchern für Gutverdienende, die sich Wohneigentum ohnehin leisten können. Infos. www.bausparen-nein.ch
2. Volksinitiative Staatsverträge vors Volk NEIN
Zwängerei der AUNS, die möglichst viele Staatsverträge obligatorisch zur Abstimmung bringen will, um sie via Ständemehr – das beim fakultativen Referendum nicht gilt – abzuschiessen.
3. Revision KVG (Managed Care) NEIN
Die AL ist nicht grundsätzlich gegen Hausarztmodelle. Die Abstimmungsvorlage setzt jedoch auf Versorgungsnetze, die als Profit-Center funktionieren müssen: das Bonus-/Malus-System setzt falsche Anreize und fördert die Zweiklassenmedizin. Zudem sollen die Selbstbehalte erhöht werden und die Krankenkassen mehr Macht erhalten.
Mehr Infos: www.nein-zur-mogelpackung.ch
Kanton
1. Steuergesetz (Unternehmenssteuerreform) NEIN
Zu neuen Steuergeschenken an die Banken sagen wir NEIN.
Mehr Infos: www.kein-steuerbonus-fuer-banken.ch
2A. Spitalplanungs- und -finanzierungsgesetz, Hauptvorlage NEIN
B. Spitalplanungs- und -finanzierungsgesetz, Variante Stützungsfonds JA
C. Gegenvorschlag VPOD JA
Stichfrage 1: 2B
Stichfrage 2: 2C
Mit dem Zukunfts- und Stützungsfonds (Vorlage 2B) werden Mittel bei besonders profitablen Spitälern abgeschöpft, um Massnahmen zu finanzieren, die mit den neu eingeführten Fallpauschalen nicht genügend abgedeckt werden (Ausbildung, Mehrkosten Kinderspital etc.). Der Gegenvorschlag des VPOD (Vorlage 2C) verlangt zusätzlich Mindeststandards bei den Anstellungsbedingungen des Gesundheitspersonals. In der Stichfrage kann sowohl die Variante mit Stützungsfonds wie der Gegenvorschlag des VPOD befürwortet werden, da sie sich ergänzen.
3. Verkehrsabgabengesetz JA
Die Verkehrsabgaben werden ein bisschen ökologischer ausgestaltet.
4. Initiative «Der Kunde ist König!» (freie Ladenöffnungszeiten) NEIN
Freisinnige Initiative für die Rund-um-die-Uhr-Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten ohne jede Schutzmassnahme für das Verkaufspersonal.
Unia-Video mit Doris Fiala und Markus Hutter (youtube)
5. Volksinitiative «JA! Freie Schulwahl für alle ab 4. Klasse!» NEIN
Die von der Elternlobby Zürich lancierte Initiative verlangt eine Mitfinanzierung von Privatschulen durch die öffentliche Hand. Allein für die 5‘500 gegenwärtigen Schülerinnen und Schülern von Privatschulen im Kanton würde das 64 Mio Franken kosten. Zudem würde die integrative Wirkung der Volksschule geschwächt.
6. Kulturlandinitiative der Grünen JA
Die Initiative verlangt, dass wertvolle Landwirtschaftsflächen und Flächen von besonderer ökologischer Bedeutung wirksam geschützt werden und in ihrem Bestand und ihrer Qualität erhalten bleiben.
Stadt Zürich
1. Baulinienrevisionen im Quartier Affoltern, Kreis 11 JA
2. KMU-Artikel in der Gemeindeordnung (Gegenvorschlag) NEIN
Gegenvorschlag zu 2 Anti-Bürokratie-Initiativen der FDP: Bürokratie soll mit einer neuen Bürokratie bekämpft werden – zu diesem Leerlauf sagen wir NEIN.
Abstimmungsparolen als PDF (31 KB)


Kommentare
Das Nein der AL Zürich entspringt nicht der Befürchtung, die Stimmbürger seien mit 2 - 3 zusätzlichen Abstimmungen pro Jahr überfordert.
Ausschlaggebend ist ein anderer Grund. Bisher unterstehen die von der AUNS anvisierten Staatsverträge dem fakultativem Referendum. Hier genügt für eine Zustimmung das Volksmehr. Werden diese Verträge dem obligatorischen Referendum unterstellt, kommen sie nicht nur automatisch zur Abstimmung, sondern es ist zusätzlich zum Volksmehr noch das Ständemehr der Kantone erforderlich.
Mit ihrem vordergründigen Angebot von mehr Demokratie spekuliert die AUNS in Wirklichkeit auf eine Blockade und eine Majorisierung der eher fortschrittlicheren urbanen Grosskantone wie Basel, Bern, Genf und Zürich durch die konservativen Land- und Kleinkantone.
Diese Art von mehr Ständestaat und weniger Volksdemokratie lehne ich klar ab - nach dem Motto: one man, one woman, one vote!